Europäisches Institut für Stillen und Laktation

Neues ABM-Protokoll Nr. 30: Knoten und Veränderungen der Brust sowie bildgebende Verfahren bei laktierenden Frauen

Anlage zum Newsletter Mai 2019

ABM Clinical Protocol #30: Breast Masses, Breast Complaints, and Diagnostic Breast Imaging in the Lactating Woman
Katrina B. Mitchell, Helen M. Johnson, Anne Eglash, and the Academy of Breastfeeding Medicine. Breastfeeding Medicine, Volume 14, Number 4, 2019. DOI: https://doi.org/10.1089/bfm.2019.29124.kjm

Die Protokolle der ABM (Academy of Breastfeeding Medicine) gelten weltweit als Vorlage für Klinische Leitlinien und geben Empfehlungen für evidenzbasiertes Vorgehen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Sie werden in regelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert. Das aktuell neu erstellte Protokoll Nr. 30 beschäftigt sich mit der Frage der Vorgehensweise beim Auftreten von Konten oder anderen Veränderungen der Brust, insbesondere wenn diese in der Stillzeit auftreten.

Auch während der Stillzeit kann eine Frau Brusterkrankungen entwickeln, die unabhängig von der Laktation auftreten und eine genaue Diagnostik erfordern. Andere Symptome hängen mit der Laktation zusammen und können entsprechend behandelt werden bzw. klingen nach der Ende der Stillzeit von selbst ab.
Das neue Protokoll Nr. 30 gibt einen Überblick über mögliche benigne und maligne Brustveränderungen und schlägt ein Diagnostik-Schema vor, um angemessen auf diese zu reagieren. Dabei wird auch auf die 2018 vom American College of Radiology (ACR) neu veröffentlichten Leitlinien zu bildgebenden Verfahren bei Schwangeren und laktierenden Frauen verwiesen.

Das Protokoll listet verschiedene mögliche Ursachen für Knoten in der Brust auf, die laktationsspezifisch sein können (z.B. Milchstau bei blockiertem Milchgang, Akzessorisches Brustdrüsengewebe, Abszess, Galaktozele, Laktationsadenom u.a.) oder unabhängig von der Laktation auftreten (z.B. Fibroadenome, Zysten, Hämatome, entzündliche Brustveränderungn, Brustkrebs u.a.). Viele der genannten Veränderungen sind gutartig, um jedoch von malignen Tumoren sicher abgegrenzt zu werden, sind häufig bildgebende Verfahren und/oder Biopsien notwendig.

Auch andere Veränderungen, die nicht mit Knotenbildung einhergehen, werden besprochen (z.B. laktationsunabhängige Mamillensekretion, Hautveränderungen, Ödeme, Entzündungen der Montgomery-Drüsen u.a.).

Die ABM empfiehlt, angelehnt an die ACR, dass bildgebende und diagnostische Verfahren auch bei laktierenden Frauen (mit Ausnahme der Ductoskopie) ebenso angewendet werden sollten wie bei nicht laktierenden und dass sowohl bildgebende Verfahren als auch Biopsien ohne Stillpausen oder Abstillen durchgeführt werden können.

Das Protokoll ist im englischen Original → hier (online) und → hier (PDF) zu finden.

© Mai 2019, Anja Bier (IBCLC) für den Newsletter des Europäischen Instituts für Stillen und Laktation

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