Europäisches Institut für Stillen und Laktation

Rezertifizierung als IBCLC

Wer das IBLCE-Examen bestanden hat und damit den Titel "Still- und Laktations­beraterin IBCLC" führen darf, hat dieses Zertifikat für 5 Jahre erworben und muss sich im Anschluss bei der zertifizierenden Institution IBLCE rezertifieren, um den Titel weiterhin führen zu dürfen.

Diese Rezertifizierung ist prinzipiell auf zwei verschiedene Weisen möglich:

  • Durch erneute Teilnahme am Examen
  • Durch den Nachweis von kontinuierlicher Fortbildung in den 5 Jahren seit Erwerb des letzten Zertifikats (Einreichung von Fortbildungspunkten auf klassischem Weg möglich und/oder über Individuelle CERPs)

Wenn das Examen zum letzten Mal vor 10 Jahren geschrieben wurde, ist nur eine Rezertifizierung via Examen möglich.

Unabhängig vom gewählten Verfahren muss sich jede IBCLC mit der Rezertifizierung erneut dem Verhaltenskodex für IBCLCs ("Code of Professional Conduct") verpflichten.

Rezertifizierung mit Fortbildungspunkten: das klassische Verfahren

Für die Rezertifizierung mittels Nachweis der Fortbildung sind sogenannte CERPs notwendig, das sind Fortbildungspunkte für Veranstaltungen auf dem Gebiet der Laktationsmedizin und den angrenzenden Feldern. Üblicherweise werden für Fachtagungen, Kongresse, Brush-up Kurse und Praxistage des EISL bereits im Vorfeld CERPs beantragt und mit einer entsprechenden Registrierungsnummer versehen; auch andere stillfördernde Institutionen und die Berufsverbände der IBCLCs verfahren so.

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Als TeilnehmerIn einer solchen Veranstaltung erhält man mit der Teilnahmebestätigung eine Auskunft über die erhaltende Anzahl an CERPs und die Registrierungsnummer. Für die Einreichung zur Rezertifizierung sollte die Teilnahmebestätigung unbedingt als Nachweis aufbewahrt werden.

1 CERP entspricht einer Zeitstunde (60 min) an Fortbildung.
Es gibt 3 verschiedene "Typen" von CERPs:

  • L-CERPs (Direkt mit dem Feld der Laktation verknüpfte Themen)
  • R-CERPs (Themen aus angrenzenden Feldern, R steht für englisch "Related", also "Verwandt" - auch Kurse in lebensrettenden Maßnahmen können hier übrigens gelten)
  • E-CERPs (Themen aus dem Gebiet der Berufs-Ethik)

Prinzipiell sind für eine Rezertifizierung mindestens 75 CERPs, die in den letzten 5 Jahren erworben wurden, notwendig. Darin müssen mindestens 50 L-CERPs und mindestens 5 E-CERPs enthalten sein. R-CERPs sind im Grundsatz überhaupt nicht notwendig, können aber zum Erreichen der 75 Gesamt-Punkte ergänzend eingebracht werden.

Rezertifizierung mit Individuellen CERPs

Wenig bekannt ist die Möglichkeit, auch sogenannte Individuelle CERPs zur Rezertifizierung einzureichen. Diese Fortbildungspunkte kann man für bestimmte Tätigkeiten oder den Besuch von thematisch passenden Veranstaltungen erhalten, auch wenn im Vorfeld keine CERPs beantragt wurden und die Organisation nicht durch stillfördernde Institutionen durchgeführt werden.

Dazu gibt es eine Reihe an Kriterien, die wir hier für Sie zusammenfassen:

Prinzipiell...

... zählt eine Stunde (60 min.) passender Aktivität als 1 CERP, für einige der nachfolgenden Aktivitäten sind jedoch festgelegte Anzahlen an CERPs vorgesehen.

Als geeignete Aktivität gelten:

  • Team-interne Fallbesprechungen (ausführlich protokolliert und von allen anwesenden IBCLCs unterschrieben)
  • Erstmaliges Erstellen und Abhalten eines Vortrags/ einer Praxis-Anleitung/ eines Unterrichts von Fachpersonal (dafür gibt es doppelte CERPs, weil Vorbereitung und Unterricht jeweils getrennt betrachtet werden)
  • Teilnahme an einer Veranstaltung, die die humane Milchbildung und das Stillen zum Inhalt hat (unabhängig von stillfördernden Institutionen)
  • Hospitation bei einer praktizierenden IBCLC, die bereits mind. einmal rezertifiziert hat (Sonderregel: 120 min. = 1 L-CERP)
  • Poster-Präsentation auf einem Kongress o.ä. (5 CERPs)
  • Erstellung einer klinischen Leitlinie im Original (5 CERPs)
  • Verfassen eines Artikels oder Abstracts in einer anerkannten und unabhängig rezensierten Fachzeitschrift oder einem verlegten Buch (15 CERPs)
  • Herstellung eines Videos für Fachpersonal (5 CERPs)
  • Masterarbeit oder Doktorarbeit zum Thema (75 CERPs)

Die Individuellen CERPs...

... werden ebenfalls thematisch in L-, R- und E-CERPs unterteilt und unterliegen denselben Kriterien wie weiter oben angeführt. Individuelle CERPs sollten sorgfältig dokumentiert werden und können ohne vorherige Anfrage gemeinsam mit allen anderen gesammelten CERPs für die Rezertifizierung eingereicht werden.

Falls die Kandidatin/ der Kanditat von IBLCE zur stichprobenartigen Überprüfung ausgewählt wird, ...

... müssen die Aktivitäten kurzfristig durch entsprechende Dokumente nachgewiesen werden (bspw. durch eine Kopie des verfassten Artikels in einer Fachzeitschrift oder durch Bestätigung der Klinikverwaltung bezüglich der Erstellung einer Leitlinie) - es empfiehlt sich also, die nötigen Dokumente bereits im Vorfeld zusammenzustellen.

Für das Verfahren zur Einreichung der CERPs, typische Inhalte von passenden Fortbildungen, die Unterscheidung von L- und R-CERPs sowie den Details zur Dokumentation und Nachweisführung gibt es von IBLCE ausführliche Dokumente, die teilweise auf Deutsch übersetzt sind.
Sie sind auf der Webseite von IBLCE zu finden: