Europäisches Institut für Stillen und Laktation

Rezertifizierung als IBCLC

Wer das IBLCE-Examen bestanden hat und damit den Titel "Still- und Laktations­beraterin IBCLC" führen darf, hat dieses Zertifikat für 5 Jahre erworben und muss sich im Anschluss bei der zertifizierenden Institution IBLCE rezertifieren, um den Titel weiterhin führen zu dürfen.

Die Rezertifizierung ist prinzipiell auf zwei Wegen möglich:

  • Durch erneute Teilnahme am Examen
  • Durch den Nachweis von kontinuierlicher Fortbildung in den 5 Jahren seit Erwerb des letzten Zertifikats (Besuch von entsprechenden Veranstaltungen oder über sogenannte "Individuelle CERPs") – lesen Sie hierzu weiter unten auf dieser Seite

Bis 2021 gilt dabei folgende Regelung: 5 Jahre nach dem zuletzt abgelegten Examen ist eine Rezertifizierung über Fortbildungspunkte möglich, alle 10 Jahre ist das Examen erneut abzulegen.
Ab 2022 entfällt die Examenspflicht zur Rezertifizierung, diese ist dann nach eigener Wahl stets über Fortbildungspunkte oder durch Examen möglich.

Zusätzlich erforderlich:

  • Ab 2021 werden zusätzlich zum Nachweis der erworbenen Fortbildungspunkte außerdem 250 Stunden praktische Arbeit in der Laktationsberatung, Aus- und Weiterbildung, Forschung oder Stillförderung innerhalb der letzten 5 Jahre benötigt. Diese können auch ehrenamtlich geleistet werden.
  • Ab 2021 wird eine Fortbildung im Bereich "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" innerhalb der letzten 5 Jahre benötigt. Genaue Informationen dazu werden von IBLCE noch veröffentlicht.
  • Bei jeder Rezertifizierung muss sich die IBCLC erneut dem → Verhaltenskodex für IBCLCs ("Code of Professional Conduct") verpflichten.


ENDE DER TÄTIGKEIT ALS IBCLC

Bisher kann eine IBCLC, die sich nicht mehr rezertifiziert, den Titel nicht mehr führen und es ist auch unzulässig, auf die frühere Qualifikation hinzuweisen (z.B. "ehemalige IBCLC" o.ä.).
IBLCE wird voraussichtlich ab 2021 einen neuen Titel einführen, der künftig "IBCLC im Ruhestand" o.ä. unter bestimmten Bedingungen als Bezeichnung zulässt. Detailliertere Angaben hierzu werden noch folgen, sobald IBLCE diese veröffentlicht.

Rezertifizierung mit Fortbildungspunkten: das klassische Verfahren

Für die Rezertifizierung mittels Nachweis der Fortbildung sind sogenannte CERPs notwendig, das sind Fortbildungspunkte für Veranstaltungen auf dem Gebiet der Laktationsmedizin und den angrenzenden Feldern. Üblicherweise werden für Fachtagungen, Kongresse, Brush-up Kurse und Praxistage des EISL bereits im Vorfeld CERPs beantragt und mit einer entsprechenden Registrierungsnummer versehen; auch andere stillfördernde Institutionen und die Berufsverbände der IBCLCs verfahren so.

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Als TeilnehmerIn einer solchen Veranstaltung erhält man mit der Teilnahmebestätigung eine Auskunft über die erhaltende Anzahl an CERPs und die Registrierungsnummer. Für die Einreichung zur Rezertifizierung sollte die Teilnahmebestätigung unbedingt als Nachweis aufbewahrt werden.

1 CERP entspricht einer Zeitstunde (60 min) an Fortbildung.
Es gibt 3 verschiedene "Typen" von CERPs:

  • L-CERPs (Direkt mit dem Feld der Laktation verknüpfte Themen)
  • R-CERPs (Themen aus angrenzenden Feldern, R steht für englisch "Related", also "Verwandt")
  • E-CERPs (Themen aus dem Gebiet der Berufs-Ethik)

Prinzipiell sind für eine Rezertifizierung mindestens 75 CERPs, die in den letzten 5 Jahren erworben wurden, notwendig. Darin müssen mindestens 50 L-CERPs und mindestens 5 E-CERPs enthalten sein. R-CERPs sind im Grundsatz überhaupt nicht notwendig, können aber zum Erreichen der 75 Gesamt-Punkte ergänzend eingebracht werden.

Rezertifizierung mit Individuellen CERPs

Wenig bekannt ist die Möglichkeit, auch sogenannte Individuelle CERPs zur Rezertifizierung einzureichen. Diese Fortbildungspunkte kann man für bestimmte Tätigkeiten (z.B. Teamschulungen, Tätigkeit im Vorstand eines Berufsverbands, Erstellung einer Klinischen Leitlinie etc.) oder den Besuch von thematisch passenden Veranstaltungen erhalten, auch wenn im Vorfeld keine CERPs beantragt wurden und die Organisation nicht durch stillfördernde Institutionen durchgeführt werden.

Dazu gibt es eine Reihe an Kriterien, die wir hier für Sie zusammenfassen:

Normalerweise: 1 Stunde = 1 CERP

Prinzipiell zählt eine Stunde (60 min.) passender Aktivität als 1 CERP, für einige der nachfolgenden Aktivitäten sind jedoch festgelegte Anzahlen an CERPs vorgesehen.

Als geeignete Aktivität gelten:

  • Team-interne Fallbesprechungen (ausführlich protokolliert und von allen anwesenden IBCLCs unterschrieben)
  • Teilnahme an einer Veranstaltung, die die humane Milchbildung und das Stillen zum Inhalt hat (unabhängig von stillfördernden Institutionen)
  • Doppelte CERPs erhält man für das erstmalige Erstellen und Abhalten eines Vortrags/ einer Praxis-Anleitung/ eines Unterrichts für Fachpersonal (Dauer des Vortrags + nochmals diesselbe Stundenanzahl für die Vorbereitung/Erstellung)

Für einige Aktivitäten gibt es Sonderregeln:

  • Hospitation bei einer praktizierenden IBCLC, die bereits mind. einmal rezertifiziert hat (Sonderregel: 120 min. = 1 L-CERP)
  • Ab 2021: Ehrenamtliche administrative Tätigkeit im Vorstand einer Organisation zu Stillförderung, z.B. Berufsverband (Sonderregel: 2 L-CERPs pro Jahr)
  • Poster-Präsentation auf einem Kongress o.ä. (5 CERPs)
  • Erstellung einer klinischen Leitlinie im Original (5 CERPs)
  • Verfassen eines Artikels oder Abstracts in einer anerkannten und unabhängig rezensierten Fachzeitschrift oder einem verlegten Buch (15 CERPs)
  • Herstellung eines Videos für Fachpersonal (5 CERPs)
  • Masterarbeit oder Doktorarbeit zum Thema (75 CERPs)

Sorgfältige Dokumentation

Individuelle CERPs werden ebenfalls thematisch in L-, R- und E-CERPs unterteilt (nach denselben Kriterien wie unter "Klassische Fortbildungspunkte" ausgeführt). Individuelle CERPs sollten sorgfältig dokumentiert werden und können ohne vorherige Rückfrage gemeinsam mit allen anderen gesammelten CERPs für die Rezertifizierung eingereicht werden.

Falls die Kandidatin/ der Kanditat von IBLCE zur stichprobenartigen Überprüfung ausgewählt wird, ...

... müssen die Aktivitäten kurzfristig durch entsprechende Dokumente nachgewiesen werden (bspw. durch eine Kopie des verfassten Artikels in einer Fachzeitschrift oder durch Bestätigung der Klinikverwaltung bezüglich der Erstellung einer Leitlinie) - es empfiehlt sich also, die nötigen Dokumente bereits im Vorfeld zusammenzustellen.

Für das Verfahren zur Einreichung der CERPs, typische Inhalte von passenden Fortbildungen, die Unterscheidung von L- und R-CERPs sowie den Details zur Dokumentation und Nachweisführung gibt es von IBLCE ausführliche Dokumente, die teilweise auf Deutsch übersetzt sind.
Sie sind auf der Webseite von IBLCE zu finden: