Europäisches Institut für Stillen und Laktation

Zuviel Milch und überaktiver Milchspendereflex

Als Problemstellung oft unterschätzt

Stillende Frauen sorgen sich in der Praxis häufig um ihre Milchmenge. Oft wird angenommen, dass zu wenig Muttermilch gebildet werden kann, was jedoch in den meisten Fällen auf falschen Vorstellungen vom Leben mit einem Neugeborenen und Unkenntnis über die physiologischen Vorgänge zur Milchbildung beruht. Dazu lesen Sie weiter auf unserer Fachseite:

Weniger bekannt ist, dass auch ein Überangebot an Muttermilch (Hypergalaktie/ Hyperlaktation) zu Schwierigkeiten und Missverständnissen führen kann und dass dies ohne gute Begleitung und Sachkompetenz der involvierten Fachpersonen manchmal in klinischen Symptomen wie Aspiration, Erbrechen, Nahrungsaversion und Gedeihstörungen sowie in verfrühtem Abstillen mündet.

Unsere Kollegin Barbara Kämmerer, IBCLC aus Köln, hat gemeinsam mit Dr. Eckhard Korsch für die Fachzeitschrift "Gynäkologische Praxis" im Frühjahr 2017 einen Artikel mit 3 Fallbeispielen verfasst, die aufgrund einer nicht adäquat betreuten Hypergalaktie zur Einweisung der betroffenen Familien in die Kinderklinik führten. Am Beispiel dieser Familien zeigen die Autoren auf, wie man typische Symptome eines starken Milchspendereflexes und einer überbordenden Milchproduktion erkennt und welche Strategien sich bei der Behandlung einer Hypergalaktie bewährt haben.

Wir danken den Autoren und der Mediengruppe Oberfranken Fachverlage GmbH & Co. KG, die uns den Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben:

Ergänzend zu ihrem Artikel stellt Barbara Kämmerer eine "Checkliste" zur Verfügung, die uns bei der Anamnese dabei unterstützen kann, eine Hypergalaktie zu erkennen. Dabei gilt: je mehr Kreuze wir in der linken Spalte setzen, umso stärker ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Problem vorliegt, das mit einer Hypergalaktie und/oder einem überaktiven Milchspendereflex zusammenhängt.

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