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Sicherer Babyschlaf


Das Thema ist ein höchst emotionales: junge Eltern fürchten den sogenannten Plötzlichen Kindstod (SIDS) und versuchen, durch Gestaltung einer sicheren Schlafumgebung die Risiken zu minimieren. Auf dieser Fachseite wollen wir fundierte Informationen zum aktuellen Stand der Forschung geben und Ihnen verschiedene Materialien vorstellen, die in der Beratung junger Eltern eingesetzt werden können.
 
Der Stand der Wissenschaft
 
In den letzten Jahren wurden verschiedene Studien zum Thema veröffentlicht, die teilweise widersprüchliche Ergebnisse lieferten und manchmal auch massiv kritisiert wurden. Welche Punkte sind unstrittig, was wird diskutiert?
 
1)  Als gesichert gilt:
  • Rauchen erhöht das Risiko für SIDS deutlich
  • Stillen wirkt protektiv
  • Das Kind sollte im gesamten 1. Lebensjahr im Zimmer der Eltern schlafen
  • Die Rückenlage ist die risikoärmste Schlafposition, Bauchlage ist zu meiden
  • Eltern sollten nicht durch Alkohol oder andere Drogen beeinträchtigt sein, wenn sie sich nachts um ihr Kind kümmern
  • Sofas und andere provisorische Schlafplätze sind nicht sicher
  • Vom Bett des Kindes sollten keine Gefahren ausgehen (lose Schnüre, Kissen, Utensilien, unter denen das Kind ersticken oder sich verletzen kann)
  • Einen großen Anteil des Risikos machen Faktoren aus, die nicht beeinflussbar sind: Frühgeborene, Babys von sehr jungen Müttern und Mehrlinge tragen ein höheres Risiko für SIDS, außerdem sind die Fallzahlen in der kalten Jahreszeit höher

 2) Folgende Punkte werden noch diskutiert:

  • Ein Schnuller wirkt offenbar protektiv - ob das jedoch auch für gestillte Kinder gilt, ist umstritten
  • Das gemeinsame Schlafen im Elternbett ("Co-Sleeping" oder "Bed-sharing") ist unter sicheren Voraussetzungen und bei Fehlen von Risikofaktoren vermutlich unkritisch, in einer unsicheren Schlafumgebung aber offenbar riskant

Erschwerend in dieser Diskussion kommt hinzu, dass ein Verbot des gemeinsamen Schlafens von Mutter und Kind sich in Studien als Risiko für eine gelingende Stillbeziehung gezeigt hat und möglicherweise zu einem verfrühten Abstillen beiträgt. Damit würde durch die strikte Vermeidung des Co-Sleepings der positive Faktor "Stillen" reduziert und dadurch wiederum das SIDS-Risiko erhöht.
Als mögliche Lösung für ein sicheres und zugleich praktikables Bed-Sharing bietet sich das Schlafen des Babys in einem sogenannten Beistellbett oder "Baby-Balkon" an.

 
Deutsche Zusammenfassungen der wichtigsten Studien im Einzelnen
 
Zu den thematisch relevanten Studien der letzten 5 Jahre haben wir verschiedene zusammenfassende Artikel und Statements verfasst, die Sie hier nachlesen können. Außerdem stellen wir Ihnen als Überblick und Zusammenfassung ein Handout von Prof. Dr. Daniela Karall zur Verfügung, die auf dem Kongress 2015 in Fulda einen Vortrag über das Thema Bed-Sharing und SIDS gehalten hat:
 
 

Artikel von Experten und ergänzende Erkenntnisse

 

Ergänzend zu wissenschaftlichen Studien gibt es auch einige zusammenfassende kritische Artikel über die Historie der SIDS-Forschung und verschiedene Empfehlungen zur Schlafumgebung, die wir Ihnen ans Herz legen wollen. Außerdem haben wir in einem Statement die aktuellen Erkenntnisse zum protektiven Effekt des Schnullers für Sie zusammengefasst.

 

Materialien für die Elternarbeit

 

Wir möchten Ihnen einige empfehlenswerte Dokumente zum Thema „Sicheres Schlafen von Babys“ zur Verfügung stellen, die Sie an junge Eltern und KollegInnen weitergeben können.