Europäisches Institut für Stillen und Laktation

Rezertifizierung als IBCLC

Um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, ist nicht nur der Erwerb, sondern auch der Erhalt dieser Qualifikation durch IBLCE streng geregelt.
Weltweit gibt es über 37.000 International Board of Lactation Consultant Examiners (IBCLC) in 134 Ländern (Stand 2024). Um die Gültigkeit des Zertifikats zu erhalten, ist es unabdingbar, regelmäßig Fortbildungen zu besuchen, um sein Wissen auf dem neuersten Stand der Forschung zu erweitern.

IBCLCs sollen durch die kontinuierliche Qualifikation immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sein. Die Rezertifizierung dient dazu, dies zu fördern, zu messen und zu beurteilen, welches neue Wissen und welche weiteren Kenntnisse seit der letzten Zertifizierung hinzugewonnen worden sind – zum Schutz von Mutter und Kind sowie zur Sicherstellung des einheitlichen Wissensstandes aller IBCLCs weltweit.

Die Rezertifizierung ist alle 5 Jahre erforderlich. Die Anmeldung dazu erfolgt immer im Zeitraum von April – 30. September des gleichen Jahres der Rezertifizierung.

Grundvoraussetzungen für die Rezertifizierung

1. Schulung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen
"Geeignete Schulungen sind zum Beispiel kardiopulmonale Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung) und Reanimationsprogramme für Neugeborene (Neonatale Reanimation). Es genügt ein didaktischer und/oder virtueller Kurs in lebensrettenden Sofortmaßnahmen, um die Anforderung zu erfüllen.“ (vgl. IBLCE; Recertification Information GERMAN, 2024)
Als Besucher:in eines entsprechenden Kurses können 3 R-CERPs, als Ausbildner:in maximal 6 R-CERPs geltend gemacht werden.

2. 250 Stunden in Laktationsberatung
„Klinische Praxisstunden können in Voll- oder Teilzeit in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Verwaltung, Forschung, klinische Praxis oder Interessenvertretung absolviert werden. Diese Stunden können ehrenamtlich oder in bezahlter Anstellung oder in einer Kombination aus beidem geleistet werden.“ (vgl. IBLCE; Recertification Information GERMAN, 2024)
Ein von IBLCE zur Verfügung gestellte Excel-Tabelle („Calculator“) kann Ihnen bei der Berechnung dieser Stunden helfen und im Falle einer Überprüfung eingereicht werden.
Sie können ihn hier herunterladen:
https://ibclc-commission.org/ibclc-information/lactation-specific-clinical-practice-calculator/

3. Ab 2025: zwei Stunden Fortbildung zum WHO Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten
Diese gilt für alle, die ab 2025 erst- oder rezertifizieren. Nähere Informationen dazu werden in Kürze von IBLCE veröffentlicht.

4. Auswahl einer Rezertifizierungsmethode:
Option 1 – Rezertifizierung durch Prüfung
Die Rezertifizierung durch Prüfung ist keine Voraussetzung mehr, sondern bleibt eine Option. Sie wird zweimal im Jahr angeboten (März/April und September) und besteht aus 175 Multiple-Choice-Fragen (Bilder und Textfragen). Der Zeitrahmen der Prüfung beträgt vier Stunden.

Option 2 – Rezertifizierung durch CERPs
Die Zuteilung der erworbenen CERPs erfolgt in 2 Kategorien: Einerseits in L, E und R-CERPS, andererseits werden sie in 7 Themenkomplexe eingeteilt.
Dazu muss zunächst die sogenannte "IBCLC Selbsteinschätzung für weitere Fortbildungsmaßnahmen (Weiterbildungseinschätzung) – Persönlicher beruflicher Fortbildungsplan)" von IBLCE absolviert werden. In diesem computerbasierten Testverfahren sind ca. 70 MC-Fragen im Zeitrahmen von zwei Stunden ohne Unterbrechung zu beantworten. Das Angebot ist kostenlos und kann während eines fünfjährigen Rezertifizierungszeitraums nur einmal durchgeführt werden.
Es ist empfehlenswert, die Selbsteinschätzung eher zu Beginn des Rezertifizierungszeitraumes abzuschließen, um die Fortbildungen an die entsprechenden benötigten Themenkomplexe anpassen zu können. Sobald die Weiterbildungseinschätzung verfügbar ist, wird jede:r IBCLC persönlich per Mail von IBLCE informiert.
Nach vollständiger Beanwortung der Fragen wird ein persönlicher Fortbildungsplan (Personalised Professional Development Plan – PPDP) zugesandt, der in die entsprechenden Themenkomplexe aufgegliedert ist. Dadurch werden Wissenslücken aufgezeigt und der individuelle Fortbildungsbedarf ermittelnt. In jedem Bereich, in dem die Fragen weniger als 75% richtig beantwortet wurden, müssen fünf CERPs nachgewiesen werden. Sollten auf der Teilnahmebestätigung die CERPs noch nicht nach Themenkomplexen aufgegliedert sein, so muss die Zuteilung nach bestem Wissen und Gewissen selbst erfolgen.
Wurden keine erforderlichen Themengebiete ermittelt, so ist die Zuteilung der CERPs frei.
Es empfiehlt sich den PPDP nach Abschluss abzuspeichern, da er bei einer eventuellen Überprüfung durch IBLCE gemeinsam mit den erforderlichen Nachweisen übermittelt werden muss.
Insgesamt müssen jedenfalls mindestens 75 CERPs nachgewiesen werden. Davon wenigstens 50 L(actation), 3 R(elated) und 5 E(thics)-CERPs. Die CERPs können vom Veranstalter im Vorfeld bei IBLCE registriert werden. Ist dies nicht der Fall, so können die Fortbildungen (müssen WHO-Kodex konform sein!) auch individuell eingereicht werden. Individuelle CERPs können beispielsweise für folgende Kategorien eingereicht werden:
· Fortbildungen oder Schulungen von Fachpersonal
· Veröffentlichungen: z.B.: Vorträge oder Verfassen von Stillrichtlinien
· Ehrenamtliche Tätigkeit
· Mentoring im Qualifikationspfad 3
Nähere Informationen dazu finden Sie im Leitfaden für Individuelle CERPs unter:
https://ibclc-commission.org/Recertification-GERMAN/#CERPs

In der Regel erfolgt eine Aufforderung für die Rezertifizierung direkt durch IBLCE, mit Informationen über Anmeldefristen und Daten.

Umfassende Informationen zu Änderungen und Neuerungen rund um die Rezertifikation werden laufend auf der Seite von IBLCE publiziert.

Ende der Tätigketit als IBCLC

Bisher konnte eine IBCLC, die sich nicht mehr rezertifiziert, den Titel nicht mehr führen und es ist auch unzulässig, auf die frühere Qualifikation hinzuweisen (z.B. "ehemalige IBCLC" o.ä.).
Es besteht die Möglichkeit, einmalig für 5 Jahre den Status "IBCLC außer Dienst" zu erwerben. Diese Option besteht für IBCLCs, die nicht mehr rezertifizieren- und ihre Tätigkeit als IBCLC beenden möchten. Nach dem Übertritt in den Status "IBCLC außer Dienst" kann die Zertifizierung als tätige IBCLC nicht erneut aktiviert werden, eine Rezertifizierung ist nicht mehr möglich.

Wir bitten um Verständnis, dass anfallende Fragen oder Schwierigkeiten im Erst- oder Rezertifizierungsprozess immer direkt mit dem IBLCE-Büro zu klären sind.

IBLCE OFFICE EUROPA
Carole Iffinger
2500 Baden, Theresiengasse 5/1/30
Österreich
T: +43 (0)2252 20 65 95
eume@iblce.org
www.iblce.org