Europäisches Institut für Stillen und Laktation

Sicherer Babyschlaf

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Schlafen als Thema für die Beratung von jungen Eltern

Das Thema ist ein höchst emotionales: junge Eltern fürchten den sogenannten Plötzlichen Kindstod (SIDS) und versuchen, durch Gestaltung einer sicheren Schlafumgebung die Risiken zu minimieren. Auf dieser Fachseite wollen wir fundierte Informationen zum aktuellen Stand der Forschung geben und Ihnen verschiedene Materialien vorstellen, die in der Beratung junger Eltern eingesetzt werden können.

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Überblick über das, was wir wissen

In den 1990er und 2000er-Jahren wurden verschiedene Studien zum Thema veröffentlicht, die teilweise widersprüchliche Ergebnisse lieferten und manchmal auch massiv kritisiert wurden. In den letzten Jahren hat sich nach und nach ein Konsens herausgebildet, der sich weiterhin durch aktuelle Forschungsergebnisse erhärtet.

Der Stand des Wissens:

  • Rauchen der Eltern, auch während der Schwangerschaft, erhöht das Risiko für SIDS deutlich
  • Stillen stellt einen hohen Schutzfaktor dar und sollte unbedingt gefördert werden
  • Das Kind sollte im gesamten 1. Lebensjahr im Zimmer der Eltern schlafen
  • Die Rückenlage ist die risikoärmste Schlafposition, Bauchlage ist zu meiden
  • Eltern sollten nicht durch Alkohol oder andere Drogen beeinträchtigt sein, wenn sie sich nachts um ihr Kind kümmern
  • Sofas und andere provisorische Schlafplätze sind nicht sicher
  • Vom Bett des Kindes sollten keine Gefahren ausgehen (lose Schnüre, Kissen, Utensilien, unter denen das Kind ersticken oder sich verletzen kann)
  • Das gemeinsame Schlafen im Elternbett ("Bedsharing") ist unter sicheren Voraussetzungen und bei Fehlen von Risikofaktoren nicht riskanter als andere Schlafsituationen. In einer unsicheren Schlafumgebung erhöht es jedoch das Risiko, weshalb es auf das WIE ankommt
  • Einen Teil des Risikos machen Faktoren aus, die nicht beeinflussbar sind: Frühgeborene, Babys von sehr jungen Müttern und Mehrlinge tragen ein höheres Risiko für SIDS, außerdem sind die Fallzahlen in der kalten Jahreszeit höher
  • Höchstwahrscheinlich ist SIDS multifaktoriell bedingt, d.h. es müssen mehrere Risikofaktoren zusammenwirken, damit es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommt
  • Ein Schnuller wirkt offenbar protektiv - ob das jedoch auch für gestillte Kinder gilt, ist umstritten

Ein striktes Verbot des gemeinsamen Schlafens von Mutter und Kind hat sich als wenig sinnvoll gezeigt: in vielen Fällen schlafen Eltern und Kind unbeabsichtigt doch gemeinsam ein, oft in besonders unsicherer Umgebung (z.B. auf einem Sofa oder einem Sessel), außerdem führt das Tabu dazu, dass eventuell vermeidbare Risikofaktoren aus Scham von den Eltern nicht offen besprochen werden können.

Daher gilt es heute als sinnvoll, individuell und differenziert mit jeder Familie nach Möglichkeiten zu suchen, eine sichere Schlafumgebung zu schaffen, die gleichzeitig das nächtliche Stillen erleichtert. Es zeigt sich nämlich klar: gemeinsames Schlafen fördert eine gelingende Stillbeziehung und trägt zu längerem und ausschließlichem Stillen bei, was wiederum einen hohen Schutzfaktor vor SIDS darstellt.

Eine empfehlenswerte Möglichkeit, das gemeinsame Schlafen und somit das nächtliche Stillen zu erleichtern, kann z.B. ein Beistell-Bett oder "Babybalkon" sein.

Das Ende 2019 zuletzt überarbeitete Protokoll Nr. 6 der ABM (Academy of Breastfeeding Medicine) "Bedsharing and Breastfeeding" gibt einen Überblick über den wissenschaftlichen Stand zum gemeinsamen Schlafen und geht auf die genauen Umstände ein, unter denen ein gemeinsames Schlafen von Eltern und Kindern sicher gestaltet werden kann. Unser Artikel in der Rubrik "Neues aus der Forschung" vom Januar 2020 stellt das Protokoll ausführlicher vor:

Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre

Zu den thematisch relevanten englischsprachigen Studien und Artikeln der letzten Jahre haben wir verschiedene deutschsprachige Artikel zusammengestellt oder auf entsprechende Beiträge von KollegInnen verlinkt. Außerdem stellen wir Ihnen ein Handout von Prof. Dr. Daniela Karall zur Verfügung, die auf dem Kongress 2015 in Fulda einen Vortrag über das Thema Bed-Sharing und SIDS gehalten hat:

Es gibt auch einige englischsprachige Materialien für Fachpersonal, das sich gut als Diskussionsgrundlage für Gespräche mit Kollegen eignet. Im Folgenden finden Sie einige hilfreiche Links:

Materialien für die Arbeit mit Eltern

In der täglichen Beratungspraxis mit jungen Eltern kommt es trotz der wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre immer noch zu vielen Fragen und großer Verunsicherung, wenn es um die Frage geht, wie sie das Risiko für ihr Kind verringern können. Wir möchten Ihnen daher die folgenden Materialien und Links als Unterstützung für Ihre Arbeit mit Eltern empfehlen:

Auch im englischsprachigen Bereich gibt es einige sehr gute Informationsmaterialien zum Schlafen, die wir z.B. in der Arbeit mit Migrantinnen nutzen können oder die uns als Grundlage für Gespräche in Fachkreisen dienen. Im Folgenden finden Sie einige hilfreiche englischsprachige Links:

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