Bereits 1981 erarbeiteten WHO (die Weltgesundheitsorganisation) und UNICEF (das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) gemeinsam einen Kodex, damals in der 34. WHA (Weltgesundheits-Versammlung) verabschiedet wurde. Dieser Internationale Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig nur kurz "WHO-Kodex" genannt.
Die Zertifizierung zur Stillberater:in EISL wird in Zukunft nicht mehr wie bisher angeboten, die letztmalige Zertifizierung in der alten Form ist nur noch im Jahr 2022 möglich. Für Interessierte aus dem nicht-medizinischen Bereich wird künftig unter bestimmten Voraussetzungen eine Teilnahme an der Seminarreihe INTENSIV möglich sein. Nähere Informationen dazu lesen Sie bitte hier:
Die Leitlinie beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Faktoren, die sich auf das Allergierisiko von Säuglingen und Kindern auswirken können, z.B. dem Vorhandensein von Haustieren in der Familie, Rauchen oder Schimmelpilzbelastung in der Wohnung sowie der Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit. In den vergangenen Jahren hat es hierzu einige neue Studien und Erkenntnisse gegeben, die in die aktuellen Empfehlungen einfließen.
Neue EISL-Fachseite: Stillmanagement bei Frühgeborenen
Umfassende Informationen zur Etablierung des Pumpens und dem langsamen Hinführen des Babys an die Brust, sowie zu Zufütterungsmöglichkeiten und der Bedeutung von ausgedehntem direkten Hautkontakt zwischen Eltern und Kind.
ABM Protokoll Nr. 2 aktualisiert: Richtlinien für die Klinik-Entlassung von stillenden Mtter-Kind-Paaren nach der Geburt
Die Academy of Breastfeeding Medicine (ABM) Protokolle dienen seit vielen Jahren als richtungsweisende Leitlinien in der Behandlung und Begleitung stillender Frauen und deren Kinder. Das Protokoll Nr. 2 wurde kürzlich überarbeitet und in einer aktualisierten Form veröffentlicht. Auch wenn viele dort enthaltenen Punkte uns selbstverständlich erscheinen, lohnt es sich doch, auch in der eigenen Klinik nochmals genauer hinzusehen: wie gut gelingt die Verknüpfung mit den weiterführenden Angeboten Zuhause? Wie ist die Nachsorge gesichert? Ist die Entlassung zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise sinnvoller?
Die ehemaligen ABM-Protokolle Nr. 4 (Mastitis) und Nr. 20 (initiale Brustdrüsenschwellung) werden zurückgezogen und durch das neue Protokoll Nr. 36 ersetzt.
Die Wichtigkeit von Bindung für die psychische und physische Gesundheit von Kindern kann kaum genug betont werden und wird leider noch zu wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen. In Fachkreisen hingegen ist die Bedeutung längst bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass die Förderung der Bindung einerseits das Stillen erleichtert, umgekehrt aber auch das Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind untersützt. Bindung und Stillen sind also in vielerlei Hinsicht eng miteinander verknüpft.
EISL-Empfehlung zur Gewichtsentwicklung: Gedeihen eines Stillkindes Das gesunde Wachsen und Gedeihen jedes Kindes ist für Eltern und Fachpersonal oberstes Ziel. Nach Möglichkeit wird dieses durch ausschließliches Stillen gewährleistet, beginnend mit dem allersersten Anlegen innerhalb der ersten Stunde nach Geburt und fortgesetzt bis ins Alter von ca. 6 Monaten, in dem das Stillen durch die Einführung der Beikost ergänzt wird. -> Lesen Sie hier unsere EISL-Empfehlung: Gedeihen eines Stillkindes
An dieser Stelle sind internationale und nationale Leitlinien zu finden, die von namhaften Fachgesellschaften publiziert wurden und eine wichtige Grundlage für unsere Arbeit bilden.
Dass bei einem schmerzhaften Eingriff wie z.B. einer Impfung die Gabe einiger Tropfen Muttermilch oder Zuckerlösung die Schmerzen des Säuglings verringert, ist bereits seit Längerem bekannt. Weitere Studien haben schon mehrfach gezeigt, dass direktes Stillen an der Brust während eines solchen Eingriffs ebenfalls beruhigend und schmerzlindernd wirkt.
Die Rolle des Vaters innerhalb der Familie unterliegt einem stetigen Wandel über Kulturen und Epochen hinweg. Moderne Väter möchten sich intensiv in die Kindeserziehung einbringen und eine gute Bindung zu ihren Kindern aufbauen. Sie möchten ihre Partnerin in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett unterstützen und informieren sich über das Stillen.
Das IBCLC-Examen ist die internationale Qualifikation für Stillberatung, die vom International Board of Lactation Consultant Examiners (IBLCE) weltweit seit über 30 Jahren angeboten wird. IBLCE ist ein internationales Prüfungsgremium, das die Standards für Zertifizierung und Rezertifizierung zur Still- und Laktationsberaterin IBCLC (International Bord Certified Laktation Consultant) festlegt, nach wissenschaftlichen Kriterien und zum Schutz von Mutter und Kind.
Aus gegebenem Anlass möchten wir nochmal auf unsere Fachseite " Elterninformation in verschiedenen Sprachen hinweisen". Wir versuchen diese so aktuell wie möglich zu halten. Hier finden Sie die nun auch Übersetzungen u.a. ins ukrainische.
Der Schnuller ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, vom Säugling bis ins Kleinkindalter. Unter Fachkräften wird der Einsatz jedoch kontrovers diskutiert: Stillexpert:innen betrachten ihn meist kritisch, insbesondere wenn er schon in den ersten Tagen nach der Geburt eingesetzt wird. Wir möchten Ihnen mit dieser Seite einen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft, praktische Tipps und Erfahrungsberichte sowie fachliche Stellungnahmen geben.
Derzeit ist die Nachfrage zur Stillunterstützung in Krisenzeiten aus gegebenem Anlass der Ukraine-Krise sehr hoch. Der Verein sus-baby hat eine Informationsseite erstellt, auf der alle frei zugänglichen Materialien in verschiedenen Sprachen gesammelt sind. Die Webseite richtet sich sowohl an Fachpersonen als auch an betroffene Eltern und Betreuungspersonen.
Late preterm Babys: Stillmanagement und Besonderheiten
Sogenannte "Late preterm" Babys, die mit einem Gestationsalter von 34 – 36 Wochen geboren werden, sind häufig direkt nach der Geburt relativ stabil und können gemeinsam mit ihrer Mutter regulär auf der Wochenstation aufgenommen werden, ebenso wie sogenannte "Nearly Term" oder "Early Term" Babys, die mit einem Gestationsalter von 37 - 38 Wochen geboren werden.
Gestillte Säuglinge entwickeln sich weltweit sehr ähnlich, wenn die Bedingungen erfüllt sind, die sie für ein optimales Wachstum benötigen. Entscheidend dafür sind – anders als es oft vermutet wird – nicht die Ernährung oder die Lebensumstände der Mutter, sondern das Stillmanagement, das sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert und sicherstellt, dass das Baby häufig genug und lange genug angelegt wird.
Die wichtigste Aufgabe in der Stillberatung liegt darin, Mütter auf ihrem individuellen Weg zu begleiten und eine innige und sichere Bindung zwischen Mutter und Kind zu fördern. Unserem Handeln in den ersten Stunden unmittelbar nach der Geburt kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da wir hier entscheidend zum Bindungsaufbau und einem gelingenden Stillstart beitragen.
Anja Bier (IBCLC, Redaktion Newsletter), Gabriele Nindl (IBCLC, Direktorin EISL) und Daniela Karall (IBCLC, ÖGKJ, Klinik für Pädiatrie Innsbruck) nehmen im kürzlich erschienenen Artikel der Fachzeitschrift "Pädiatrie und Pädologie" Bezug auf die Ergebnisse der Sukie-Studie und legen detailliert da, wie Kinderärztinnen und -ärzte sowohl im klinischen Kontext als auch in der freien Praxis aktiv dazu beitragen zu können, Mütter mit Stillwunsch zu unterstützen.
Organisationen, die sich der Stillförderung verschrieben haben, verpflichten sich selbst,den Kodex einzuhalten und nicht mit kodexverletzenden Firmen zu kooperieren oder finanzielle Unterstützung von diesen Herstellern anzunehmen. Auch wir als Europäisches Institut für Stillen und Laktation haben seit Jahren zum Beispiel keine entsprechenden Firmen als Aussteller auf unseren Fachtagungen oder Kongressen akzeptiert. Nun haben wir auch die Verteilung von kostenlosen Demo-Paketen an unsere Absolvent*innen gestoppt, lesen Sie dazu unser Statement.
Für Fachpersonen, die junge Familien in diesen ersten Stunden und Tagen begleiten, bedeutet das eine große Verantwortung: Unsere Aufgabe besteht darin, die Mutter zu stärken durch gute, korrekte Informationen, einfühlsame Kommunikation und ein breites Wissen zum Stillen. Eine gute Stillbegleitung in dieser Zeit stützt sich auf eine Reihe von "Bausteinen", die für alle Mutter-Kind-Paare hilfreich sind und die wir auf dieser Fachseite in der Übersicht vorstellen wollen.
Begleitung von Frauen, die ihr Kind mit der Flasche füttern
Als Fachkräfte sind wir auch in die Betreuung teil-stillender und nicht-stillender Mütter eingebunden. Somit benötigen wir umfassendes und kompetentes Wissen für die Beantwortung ihrer Fragen und um sie dabei zu begleiten, eine innige Bindung zum Baby aufzubauen. Diese Fachseite soll Sie dabei unterstützen.
Neues ABM-Protokoll Nr. 33: Stillunterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, queere und nicht-binäre Personen
Die Academy of Breastfeeding Medicine (ABM) gibt mit ihrem Protokoll Nr. 33 Empfehlungen zum Umgang mit Menschen aus dem LGBTQ+-Spektrum im Bereich der Still- und Laktationsberatung. Sie führt in die Thematik ein, ermöglicht medizinischem Fachpersonal, sich mit den veränderten Begriffen und Konzepten auseinanderzusetzen und Berührungsängste abzubauen.
Die österreichische Sukie-Studie, deren Ergebnisse im Juni 2021 veröffentlicht wurden, hat 2018 - 2020 Daten erhoben und dazu detailliert einen großen Teil der österreichischen Geburtskliniken befragt, sowie zusätzlich auch über 1.200 Mütter. Es ergibt sich ein umfassendes Bild mit einer Vielzahl von recht allgemeinen Erkenntnissen, aber auch einigen Detailinformationen, die wir für erwähnenswert halten.
WELTSTILLWOCHE
Das Ziel der → World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) ist die Förderung einer starken und kohärenten Stillbewegung, die auf die verschiedenen internationalen Instrumente einwirkt, um ein förderliches Umfeld für Mütter zu schaffen und so dazu beizutragen, optimale Still-, Säuglings- und Kleinkindernährungs-Praktiken zu verbessern.
Das Tagesseminar STILLWISSEN gibt einen tollen Überblick übe die aktuellen Forschungsergebnisse, die bei wichtigen medizinischen Entscheidungen in der Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen von großer Bedeutung sind.
Alkohol und Stillen: eine Zusammenfassung des Kenntnisstandes
Insgesamt zeigt die Studienlage, dass ein gelegentlicher Alkoholkonsum in kleinen Mengen mit dem Stillen vereinbar ist. Dr. Anderson empfiehlt, nach der Einnahme des Alkohols möglichst eine kurze Stillpause von ca. 2 - 2,5 Stunden einzuhalten. Größere Mengen an Alkohol sollten in der Stillzeit ebenso vermieden werden wie chronischer, regelmäßiger Alkoholkonsum.
Für eine gelingende Stillbeziehung spielt das erfolgreiche und korrekte Anlegen des Babys eine große Rolle. Mutter und Kind benötigen eine bequeme und sichere Position, in der sie auch für längere Zeit verbleiben können. Eine gute Stillposition ermöglicht dem Baby, Mamille und Brustgewebe korrekt zu erfassen und effektiv zu saugen.
ABM-Protokoll Nr. 1 aktualisiert: Hypoglykämie beim reifen und Late Preterm Neugeborenen
Aktuell wurde das Protokoll Nr. 1 zur Hypoglykämie überarbeitet. Ziel ist es, eine vorübergehende neonatale von einer persistierenden pathologischen Hypoglykämie abzugrenzen, eine klinisch signifikante Hypoglykämie bei Neugeborenen zu verhindern sowie gefährdete Termin- und Late Preterm Neugeborene zu überwachen und gegebenenfalls zu behandeln. Dabei soll die Muttermilchernährung im Vordergrund stehen und eine Mutter-Kind-Trennung ebenso vermieden werden wie neurologische Folgeprobleme durch eine nicht adäquat behandelte Hypoglykämie. Aktuelle Studien der letzten Jahre wurden für die Überarbeitung des Protokolls einbezogen.